Die Stimmung im vollbesetzten 89ers Ballpark kochte über, als Shota Usuda einen 2-Run Homerun im sechsten Inning zum zwischenzeitlichen 6:5 über den Leftfield Zaun drosch. Ab diesem Zeitpunkt brodelte es auf den Rängen im 89ers Ballpark. In dem überaus packenden Spiel 2 der Best-of-Three Serie gegen Neunkirchen behielten die Braunschweiger nach langem Kampf die Nerven.

 

Spätestens nach Shotas‘ Homerun drehte das Momentum zu Gunsten der 89ers

89ers standen unter Druck 

„Wir mussten das Spiel gewinnen, um die Chance auf ein Spiel 3 zu wahren,“ sagte Coach Max Jaeger vor dem Spiel. Die Nightmares hatten am vergangenen Wochenende das Auftaktspiel der Viertelfinal-Serie in Neunkirchen mit 12:9 für sich entschieden.

Für die 89ers ging nach langer Pause wieder Aaron Toporek auf den Mound. Aaron hatte lange Probleme mit der Schulter und sich bei den Teams 2 und 3 zuletzt Spielpraxis geholt. Aaron startete stark, drei schnelle Outs im ersten Inning sorgten zunächst für Sicherheit im Braunschweiger Team.

Gab ein starkes Comeback auf dem Mound: Aaron Toporek

 

In der Offense fing es für die Braunschweiger gut an. Rene Gonzalez kam per Hit-by-pitch auf Base. Dann wurde Small Ball gespielt. Marc Hoffmanns Sac Bunt brachte Gonzalez auf die zweite Base. Usudas 1B Hit brachte Gonzalez über die Platte, Sho‘ konnte selbst auf einen Error scoren, ehe die Nightmares aus dem Inning kamen (0:2).

Im zweiten Inning kam der Leadoff der Gäste per 1B Hit auf Base, dann folgten zwei Strikouts für Aaron. Ein weiterer Hit und ein Walk luden die Bases. Erstmals kam Druck auf. Doch mit einem weiteren Strikeout kam Aaron aus dem Inning. Da auch der Gästepitcher immer besser ins Spiel fand und beide Teams in der Defense sehr wachsam waren, entwickelte sich ein hochklassiges Spiel.

Zu Beginn des 5. Innings stand es weiter 2:0, dann wurde es richtig spannend. Ein Walk, ein Flyout, ein Hit, ein Fielders Choice und ein Error sorgten zunächst für den Ausgleich. Das folgende Strikeout war wichtig für Aaron, doch ein weiterer Hit brachte die 4:2 Führung für die Gäste. Nach einem Error und einem weiteren Hit musste Coach Jaeger reagieren. Bei geladenen Bases kam Mika Kockmann auf den Mound.

 

Mika Kockmann hielt die 89ers im Spiel

Und wie so oft in der Vergangenheit blieb Mika cool und schaffte das dritte Out. „Immer eine harte Entscheidung, den Pitcher zu wechseln, aber das Momentum schien zu kippen. Aaron war enttäuscht, aber er hat ein sehr gutes Spiel gemacht,“ so Jaeger zu der Situation (4:2). Aber Jaeger setzte weiter auf Toporeks Schlag- und Defensepower. Aaron ging ins Centerfield und sollte noch wichtige Plays machen.

Mr. Cool – Mika war da, als er gebraucht wurde!

 

Und die 89ers schlugen zurück. Bei einem Out schlug Sho einen mächtigen 3B Hit, Max Vetter anschließend einen satten 2B Hit zum 3:4. Chamberlain kam per Hit-by-pitch auf Base und Nikki Lübbers an den Schlag. Nikki ist extra aus Mannheim angereist, um das Team zu unterstützen. Er hat beide Spiele hinter der Platte gemacht und viel zu den beiden Siegen beigetragen. Auf Nikkis 1B Hit versuchte Vetter zu scoren, wurde aber zwischen der dritten Base und Home erwischt. Sehr ärgerlich, da die Nightmares mit dem folgenden Flyout aus der für sie brenzligen Situation kamen.

Starkes Comeback hinter der Platte – Nikki Lübbers, der inzwischen (leider) in Mannheim lebt

 

Die Gäste zeigten umgehend, warum sie die Playoffs erreicht und auch das erste Spiel der Serie für sich entscheiden konnten. Ein Run stellte den alten Abstand wieder her (5:3).

Dann wurde es richtig laut. Bei einem Out kam Toporek per 1B Hit auf Base und nach Gonzalez‘ Groundout auf die 2. Base. Hoffmanns 1B Hit brachte Aaron nach Hause, dann ging Sho an die Platte. In einem harten Battle fand er ’seinen‘ Pitch. Nach dem 2-Run-Homerun war erstmals Partystimmung auf den mit ca. 250 Fans vollbesetzten Rängen. „Sho hat heute unglaublich gespielt und uns zum Sieg geführt,“ war Jaeger zufrieden mit dem Japaner, der sein bestes Saisonspiel zeigte.

 

Unbedingter Siegeswille der 89ers

Vielleicht half der Zaubertrank, vielleicht auch der Input von Evan Renner. Der Coach aus dem vorigen Jahr war für ein paar Tage in Braunschweig und half ganz spontan beim Training aus. Zum Spieltag saß Evan allerdings leider schon wieder im Flieger und konnte nur noch per youtube-livestrem zuschauen (Vielen Dank dafür, Martin!).

Am Ende war es auf jeden Fall der unbedingte Siegeswille. „Alle Jungs haben Vollgas gegeben und es war richtig geil, vor so einer Kulisse zu spielen,“ sagte der stolze Jaeger weiter (5:6). Im siebten Inning folgte eine megastarke und extrem wichtige Defense. Nach einem der wenigen Errors der 89ers kam der Leadoff der Nightmares auf Base. Es folgte ein Forceout, bei dem Sho den Ball beim Transfer zwar verlor, das Out aber gegeben wurde. Etwas knifflig, die Gäste waren ’not amused‘, aber der Call war regelgerecht. Anschließend folgte ein sehr wichtiges Doubleplay von Max Vetter und Shota Usuda, das das Inning beendete. Die 89ers legten einen weiteren Run nach, Aarons 2-Base-Hit brachte Nikki Lübbers über die Platte (5:7).

 

Ein sehr enges Spiel bis zum neunten Inning

Das 8. Inning begann mit einem 1B Hit des Leadoff und wieder sorgte ein enges Forceout durch Aaron an der 2. Base für Rumoren im Gäste-Dugout. Auch im nächsten Play gelang ein Forceout. Ein Balk (Fehler des Pitchers) brachte den Tying Run an die Platte, den Runner auf die 2. Base. Der spektakuläre Catch durch Marc Chamberlain, der den langen Flyball kurz vor dem Warning Track und halb im Fallen fing. war ein weiteres viel umjubeltes Highlight des Tages. Die 89ers schafften keinen weiteren Run, so dass es mit 5:7 in das letzte Inning ging.

Max Vetter übernahm auf dem Mound. Und wieder kam der Leadoff auf Base. Doch dann fing Aaron zwei Flyouts, das letzte Out machte Sho ebenfalls per Flyout. Der Jubel auf den Rängen war grenzenlos. Damit war der wichtige Sieg erreicht und die Gegner, die mit nur zehn Mann anreisen konnten, wirkten ein wenig zermürbt.

 

In der Spielpause zog ein mächtiges Gewitter auf, das den Platz stark unter Wasser setzte. Doch die 89ers schafften es, den Platz spielbereit zu machen. „Wir wollten unbedingt spielen. Wenn das dritte Spiel hätte verschoben werden müssen, wären die Karten komplett neu gemischt. So waren wir sicher, dass wir auch das dritte Spiel für uns entscheiden können,“ sagte Jaeger zur Situation. Die Sonne kam wieder heraus und das Spiel konnte beginnen.

 

Big Blue Machine

Die Nightmares konnten zwar sogleich einen Run scoren, doch dann startete die Big Blue Machine so richtig durch. „Wir haben es geschafft, den im ersten Spiel der Serie so dominanten Pitcher der Nightmares, gut zu schlagen. Uns spielte sicher in die Karten, dass die Nightares schwach besetzt waren und Racek bereits im ersten Spiel durchgespielt und auch gepitcht hat.“

Hinzu kam wieder ein starke Defense und ein bestens aufgelegter Konrad Sobanski auf dem Mound. Das dritte Spiel war so relativ schnell entschieden. Die 89ers führten nach einem Inning 6:1 und nach zwei Innings bereits 9:1. Zwar ist im Baseball alles möglich, doch die 89ers blieben voll konzentriert.

Hatte von Anfang an große Kontrolle über die gegnerischen Batter: Konrad Sobanski

 

Den 13 Hits in ersten folgten 20 Hits im zweiten Spiel. Bereits nach vier Innings war Schluss, die 89ers gewannen mit 16:1. An dieser Stelle geht der größte Dank an die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer, die durch ihr stetiges Anfeuern die 89ers Zum Sieg getragen haben. Weiterhin an Marc Osterwald, Geschäftsführer des Hauptsponsors Heyl Neomeris, das Restaurant Playoff für super leckere Burger, dem Sponsor Edeka für tolle Preise für das Gewinnspiel und der Firma Cocktailx für leckere Cocktails und den 89ers Magic Drink!

Weiter geht es am 20.09. im Halbfinale bei den Dortmund Wanderers, ehe es am 27. September beim Doubleheader (sofern es nach zwei Spielen 1:1 steht) im 89ers Ballpark um den Einzug ins Finale geht. Wir freuen uns wenn wir alle gemeinsam die Stimmung vom letzten Samstag nochmal toppen können.

Baller, Baller, Baller!!!!! 

 

Fotos: Miriam Wesche