Als am vergangenen Samstag das letzte Out im zweiten Spiel bei den Berlin Flamingos den Sieg sicherte, spürte man ganz viel Erleichterung bei den Braunschweig 89ers. Es war schon deutlich nach 19 Uhr, als der Doubleheader mit einem Split (10:11, 10:7) zu Ende war.
Wenn Spiele in der 2. Baseball-Bundesliga drei Stunden oder länger dauern, ist das meist kein gutes Zeichen, da mindestens ein Team zu viele Fehler gemacht hat. Am Samstag war es eher so, dass zwei bärenstarke Offensivreihen für viel Unterhaltung gesorgt haben. Die „Leidtragenden“ waren die Pitcher, die alle stets unter großem Druck standen.
Dabei ging Spiel eins gut los für die 89ers. Drei Runs im ersten durch einen Homerun von Luis Villalobos und zwei Runs im zweiten Inning bei jeweils nur einem Run der Berliner bedeuteten zunächst einen guten Start. Pitcher Konrad Sobanski war gut aufgelegt, seine Defense wachsam.
Im dritten Inning folgte der erste von vielen Höhepunkten. Mendoza, der 3rd Baseman der Flamingos, setzte einen mächtigen Schlag zu einem 2-Run-Homerun über den Zaun. Die 89ers reagierten mit zwei weiteren Runs und einer fehlerfreien Defense im vierten Inning (7:4). Coach McNabb: „Wenn man zehn Runs scort, sollte man das Spiel gewinnen. Zudem hatten wir viele Baserunner left on base. Das war schade, damit bin ich unzufrieden. Daraus haben wir zu wenig gemacht. Ansonsten hat mein Team alles gegeben, gegen sehr starke Berliner.“
Die 89ers konnten in fast allen Innings scoren und lagen Mitte des sechsten Innings mit 9:6 in front. Der inzwischen eingewechselte Reliefpitcher Nabil Montezuma fing mit einem Strikeout stark an. Leider folgten ein Walk und zwei Hit by pitches, ehe Mendoza bei geladenen Bases erneut zuschlug. Wo der Junge hinschlägt, wächst kein Gras mehr! Doch Nabil reagierte stark und machte die nächsten beiden Batter aus (9:10).
Die 89ers gaben sich nicht auf, konnten ausgleichen und Runner auf alle Bases bringen. Leider reichte es nur zu einem Punkt. Im letzten Halbinning holten die Flamingos schließlich den umjubelten Walk-Off Run. Was für ein Spiel!
Die Pause zwischen den Spielen nutzte Coach McNabb vor allem für mentales Coaching. „Ich sagte den Spielern, dass ich weiß, dass wir das besser können. Die zehn Punkte im zweiten Spiel sind umso höher einzuschätzen, da mein Team im vergangenen Jahr gegen den Pitcher große Probleme hatte.“
Auf dem Mound begann Aaron. Der blieb bis zum letzten Out im siebten Inning konstant und brachte den Sieg nach Hause. Zehn Strikeouts waren richtig stark, aber Aaron warf auch sieben Walks und kassierte zwölf Hits – ein mehr als arbeitsreicher Tag für ihn und seine Defense.

Hat stark abgeliefert: Pitcher Aaron Toporek
In der Offense zeigte sich ein leicht anderes Bild als in Spiel eins, in dem alle 89ers scoren konnten. Die Runs wurden von den ersten fünf 89ers erzielt, acht von zehn RBIs gingen auf ihr Konto. Dennoch haben alle Spieler zum Sieg beigetragen. Jeder Runner sorgt für mentalen Stress in der Defense, jedes gute At Bat sorgt für einen schwächer werdenden Pitcher.
Herausragend an dem Tag war Luis Villalobos, der beide Spiele catchte – was für eine Leistung. Kirk dazu: „Obwohl wir mit dem Zustandekommen des ersten Spiels enttäuscht sind, sind wir insgesamt zufrieden mit dem Split. Berlin ist ein echt hartes Brett und meine Jungs haben alles gegeben. Jetzt arbeiten wir an den Kleinigkeiten und freuen uns auf unseren nächsten Gegner.“
Der kommt aus Wolfsburg. Am kommenden Samstag ab 12.00 Uhr heißt es dann „Play Ball“ im 89ers Ballpark beim Baseball-Derby gegen die Wolfsburg Blackbirds. Die hatten bisher nicht viel zu holen und so soll es natürlich möglichst bleiben.
Wir freuen uns auf das Team, viele Zuschauer aus Wolfsburg und noch mehr aus Braunschweig. Die Cateringhütte ist gut besetzt, die Burger sind bestellt und es gibt wieder ein paar Überraschungen. Let’s go, 89ers!
fo / #89ersfamily
Foto: Miriam Wesche





